Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Systemkritik an der Gasometerhalle

Gut, dass man jetzt bald keine Jacke mehr braucht. Und ohne Jacke muss man auch an keiner Garderobe warten. Im Gasometer zum Beispiel, einer fürchterlich verbauten Wiener Konzerthalleneinrichtung. Statt es hier den Besucherinnen und Besuchern möglichst bequem zu machen, räumen sie einem Bierzapfanlagen auf den engen Weg in den Saal. Zum Thema Gasometer-Akustik wurde schon viel geschrieben, angeblich ist sie nicht besonders gut. Wenn man Glück hat, ist das Konzert aber sowieso nach 45 Minuten vorbei wie neulich bei La Roux. Wenn man Pech hat, hat man seine Jacke kurz zuvor an der Garderobe abgegeben und darf nun warten. Im Pulk mit 5000 anderen Konzertbesuchern natürlich, weil den Menschen in dieser Stadt das Konzept des Schlangebildens vollkommen unbekannt ist. Weil im Gasometer ein intelligentes Ausgabesystem offensichtlich nicht vorgesehen ist. Weil das Personal dort überfordert ist. Aber weitere 50 Minuten später hat man ja sowieso schon seine Jacke. Inzwischen ist Sommer? Auch gut.


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