Der feine Unterschied

Stadtleben | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Gute Manieren gelten oft als gestrig. Jetzt aber kommen sie zurück. Warum wir trotzdem freundlich bleiben – und wozu wir in Wien raten

Vor- und Rückblick: Joseph Gepp, Christopher Wurmdobler

Im Jahr 1957 war die Welt noch in Ordnung. Da gab es noch keine Einbruchsstatistiken, Arbeitslosigkeit und Ostbanden. Da waren die Leute wohlerzogen, manierlich und rücksichtsvoll. Da bürstete man Freitagabend sein Sakko, zupfte sich die Krawatte zurecht und ging zum Rendezvous oder zum Nachmittagstanz.

„Gutes Benehmen – Dein Erfolg“ heißt ein Buch aus diesem Jahr, eines von vielen aus der Ära von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder. Ein flotter Ratgeber sollte es sein, „endlich ein Anstandsbuch für Jugendliche, das nicht langweilt“.

Wer das Buch liest, erkennt: Auch in Sachen Umgangsformen hat sich seit 1957 einiges getan. „Es ist hässlich, wenn man die Dienstboten beim Weihnachtsfest abseits stehen lässt“, mahnt der Autor etwa im Kapitel „Hausangestellte“. In Sachen Damenbekleidung


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