Basics

Grundkurs Kochen (70)

Stadtleben | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Der Ire sagt zum Eintopf „stew“, ich find es toll, what thinkest you?

Zugegeben, das kommt jetzt etwas antizyklisch: St. Patrick’s Day ist zwei Wochen her, der Winter ist (hoffentlich) auch vorbei, und Eintöpfen haftet nun mal das Image des Winteressens an. Dabei ist im Irish Stew dasselbe drin wie in einem Erdäpfelgulasch – naja, fast. Und niemand würde behaupten, man könne Erdäpfelgulasch nur im Winter essen. Kulinarischer Dogmatismus nervt!

Dem Dogma zufolge besteht Irish Stew aus Erdäpfelscheiben, Zwiebelringen und Lammfleischstücken. Dem Dogma zufolge wird all das abwechselnd in einen Topf geschichtet, jede Schicht mit Salz, Pfeffer und Thymian bestreut, dann Wasser angegossen, bis alles gerade bedeckt ist, und dann geköchelt, bis alles schön bissfest und mürbe ist. In Wirklichkeit funktioniert das natürlich nie, weil bis das Lamm durch ist, ist der Erdapfel längst Pampe. Insofern empfiehlt es sich, das Fleisch separat zu kochen und erst dann mit den anderen beiden Komponenten zu mischen, wenn man’s zur Not schon beißen kann.

Man muss aber nicht unbedingt Lamm (Nacken, Keule …) verwenden und sich auch nicht auf die genannten Zutaten beschränken. Wer Kohl und Karotten (Petersilwurzel, Lauch …) dazutut, legt die Sache mehr in Richtung Pichelsteiner Eintopf aus, was der katholische Gott aber keineswegs verboten hat; und wer statt des Lamms lieber Rindfleisch verwenden will, soll das nur tun – am besten mit einer schönen Fledermaus (die wird vom Kreuzbein abgelöst). Bleibt als letzte Glaubensfrage: Guinness oder Gösser Stiftsbräu? KN


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