Ins Mark

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Wie die Zeit vergeht!

Halten wir Rückschau. Auch weil es zu Ostern passt. Was also war los in der Welt, sagen wir vor fünf Jahren? Was hat sie bewegt? Eine ganze Menge: Die Kirche war damals fast täglich in den Schlagzeilen, in Österreich ging’s um das rechte Lager, das war komplett zerkracht. In der Steiermark wurde nach den Gemeinderatswahlen immer öfter die bange Frage gestellt, ob denn die herbstlichen Landeswahlen für einen grundlegenden Farbwechsel im Land sorgen könnten, und der Landeshauptmann steckte ordentlich in der Bredouille.

Das klingt vertraut? Und doch war alles anders. Damals fragte man sich, was wohl der frisch gekürte Papst über die Welt sagen würde, heute fragt sich die Welt, was er ihr alles verschwiegen hat. In der Steiermark war die SPÖ bei den Gemeindewahlen erstmals ganz nahe an die ÖVP herangekommen, Landeshauptmann Waltraud Klasnic fand sich in den Herberstein-Skandal verstrickt. Die Kleine Zeitung rückte sie aufs Cover – Andrea Herberstein vor der montierten Kulisse des „Skandalschlosses“ herzend.

Fünf Jahre später hat die SPÖ den Vorsprung aus den letzten Wahlen verspielt, ist die ÖVP drauf und dran, die historische Niederlage rückgängig zu machen. Voves steckt richtig tief in der Bredouille. Und Klasnic ziert das Kleine-Cover, weil sie nun als Opferschutzanwältin das Leid lindern soll, das die alten Männer in der Kirche durch ihr Schweigen mitverursacht haben. Ein Land weint. Oder lacht es gar?

Nur die Rechten machen Radau wie eh und je. Was all das zu bedeuten hat – außer dass die Zeit vergeht? Vielleicht dass sie immer auch ein bisserl stehenbleibt.

Thomas Wolkinger leitet die Redaktion des steirischen Falter


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