Der Bürger und die Kunst

Steiermark | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Der Grazer Kunstverein hat neue Räume bezogen: Aber was ist so ein Kunstverein überhaupt für ein Klub?

Bericht: Herwig G. Höller

Sie sind ein Phänomen größerer Städte, entstanden üblicherweise im frühen neunzehnten Jahrhundert und waren Ausdruck eines aufstrebenden Bürgertums, das die Beschäftigung mit zeitgenössischer Kunst nicht länger der Aristokratie überlassen wollte. Aber auch im zwanzigsten Jahrhundert leisteten diese Kunstvereine wichtige Beiträge. Sie ermöglichten vielfach künstlerische Produktionen, die etwa in größeren Institutionen wie Museen nicht zu realisieren gewesen wären. Und bisweilen sehen sie sich auch als Gegenmodell zum öffentlich subventionierten Kulturbetrieb – denn im bürgerlichen Idealstfall finanzieren sie sich gänzlich durch Mitgliedsbeiträge und Sponsorgelder.

Auch Graz hat seinen Kunstverein – er residiert nach einem kurzen Zwischenspiel beim Kunsthaus seit kurzem im Palais Trauttmansdorff. Auch hier war zunächst angedacht, von öffentlichen


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