Gemisch aus Gewalt, Geschäft und Glaube

Falter & Meinung | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Separatismus als Triebfeder des Terrors in Russland? Falsch. Es geht um Großimamat und Geld

GastKommentar: Gerhard Mangott

Die Selbstmordanschläge in Moskau zeigen, dass die islamistischen nordkaukasischen Rebellen ihren Aktionsradius wieder ausdehnen können. Das zentrale Anliegen der russischen Führung, die Gewalt im nördlichen Kaukasus einzuhegen und zu isolieren, ist damit gescheitert. Die gezielten Tötungen regionaler Islamisten konnten deren Terror bisher nicht brechen. Das erklärt sich auch dadurch, dass die Attentate von kleinen, dezentral organisierten Terrorzellen verübt werden, die nur lose vernetzt sind. Doku Umarov, der „Emir“ des kaukasischen Imamats, ist zwar deren wichtigster, aber nicht der alleinige Anführer.

Der radikale Islam der Salafiyya und der Wahhabiya ist den nordkaukasischen Völkern an sich fremd; ein moderater Volksislam, vertreten durch eine staatstreue Gelehrtenschar, die volkstümliche Anwendung islamischer Riten und Regeln ohne politisches Eiferertum


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