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Politik | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Werden Sie auch Heinz Fischer wählen, Herr Strasser?

Othmar Karas wird Heinz Fischer wählen. Der ÖVP-Politiker ging als „Vorzugsstimmenkaiser“ aus den letzten Wahlen zum Europaparlament hervor. Dennoch wurde Ernst Strasser zum Delegationsleiter der Konservativen ernannt. Was hält er eigentlich vom Bundespräsidenten Heinz Fischer?

Für Ihren Fraktionskollegen Othmar Karas ist Heinz Fischer „aus europapolitischer Sicht der einzig wählbare Kandidat“. Stimmen Sie überein?

Ich habe in meinem Leben noch nie SPÖ gewählt. Und ich wähle natürlich auch bei der Bundespräsidentenwahl 2010 nicht die SPÖ.

Sie ziehen also eine negative Bilanz aus Fischers erster Amtsperiode?

Meine Bilanz über Heinz Fischer ist, dass er ein sozialistischer Spitzenkandidat ist, der von mir auch so beurteilt wird.

Welche Rolle kann und soll ein Bundespräsident in einem Vereinigten Europa spielen?

Er soll eine über den Parteien stehende Persönlichkeit sein, die sich als moralische Autorität zu Wort meldet, wenn es notwendig ist. Diese Persönlichkeit muss über die Grenzen hinausstrahlen und dem Land Respekt und Achtung verschaffen.

Manche ÖVP-Politiker wie Karlheinz Kopf und Nikolaus Berlakovich empfehlen, weiß zu wählen. Karas rät davon ab.

Weiß zu wählen, ist Ausdruck eines demokratischen Verhaltens, das man ernst nehmen muss.

Es ist auch ein Ausdruck des Mangels an Alternativen. Hätte die ÖVP in diesem Sinn einen eigenen Kandidaten aufstellen sollen?

Nein. Es war eine vollkommen richtige Entscheidung, keinen Kandidaten zu nominieren.

Sie kennen Barbara Rosenkranz als Politikerin. Ist sie wählbar?

Nein, genauso wenig wie Heinz Fischer.

Sie werden also weiß wählen?

Ich werde keinen der zur Wahl stehenden Kandidaten wählen.

Interview: Stefan Apfl


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