„Zurück in das autoritäre System“

Politik | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Am Vorabend der Parlamentswahl steht Ungarn vor einem Rechtsruck. Publizist Paul Lendvai erklärt, was auf dem Spiel steht

Interview: Wolfgang Zwander

Alles deutet darauf hin, dass die rechtsextreme Partei Jobbik und die rechte Partei Fidesz bei den Parlamentswahlen in Ungarn am 11. und 25. April einen fulminanten Wahlerfolg feiern werden. Laut Umfragen kommen sie zusammen auf mehr als 66 Prozent: Damit könnten sie nicht nur die Sozialisten von der Macht verdrängen, sondern auch die Verfassung nach Belieben verändern. Der österreichische Südosteuropa-Experte, gebürtige Ungar und Autor mehrerer maßgeblicher Ungarn-Bücher Paul Lendvai (80) erklärt, wie ein rechter Sieg Ungarn verändern könnte.

Falter: Herr Lendvai, was bringen die Wahlen im schlimmsten Fall?

Paul Lendvai: In Ungarn zeichnet sich eine Rechtswende ab, die das Land zurück in das autoritäre System der 1930-Jahre führen könnte. Fällt der Sieg der Rechten so hoch aus, wie ich befürchte, könnten sie alle wichtigen


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