Die Briefe der toten Kinder

Politik | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Anfang April 1945 räumte die SS grausam das Arbeitslager in St. Pölten Viehofen. Nach 65 Jahren sind nun die Abschiedsbotschaften der Lagerkinder aufgetaucht

Text: Manfred Wieninger

Am 9. April 1945 rückt die SS in das Zwangsarbeitslager in der Viehofener Au ein. Schon in den Tagen zuvor waren Lagerinsassen geholt worden, um rund um das nahegelegene Schloss Panzergräben für die letzte Verteidigungslinie auszuheben. Doch nun kommen die Soldaten der SS, um das Lager für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in St. Pölten Viehofen zu räumen. Sie erschießen alle kranken und schwachen Lagerinsassen und treiben die übrigen in einem grausamen Todesmarsch in Richtung KZ Mauthausen.

Den Tod vor Augen verabschieden sich die zwölf Kinder der informellen Schule des Lagers in den Stunden und Tagen vor der Räumung von ihrer Lehrerin Greta Balog. Sie tun dies auch schriftlich, schreiben mit dem einzigen vorhandenen Schreibgerät, einem Bleistift, in stammbuchartiger Form auf Ungarisch in ein kleines


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