Wie ich beim Blumenpflücken auf ein ehemaliges NS-Arbeitslager stieß

Politik | Manfred Wieninger | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Wenn der Traisenfluss nicht die Feldwegbrücke beim St.-Pöltner Ortsteil Windpassing weggespült hätte! Denn deswegen ging ich im Frühjahr 2005 nicht in dem Auwäldchen am Traisenufer gegenüber von Windpassing Schneeglöckchen pflücken, sondern in einem mir davor gänzlich unbekannten Auabschnitt in St. Pölten Viehofen. Dort stieß ich auf verrosteten Stacheldraht, auf viele Zaunpfeiler aus altem Beton, auf die Reste eines hölzernen, ebenfalls mit Stacheldraht gesicherten Tores und auf einen halb verschütteten Bunker. Was an diesem seltsamen Ort einmal gewesen sein mochte?

Um die Geschichte der innerstädtischen Gstätten zu klären, die sich letztlich als Überreste eines NS-Zwangsarbeiterlagers der Firma Glanzstoff erweisen sollte, schluckte ich jede Menge Staub in Archiven und lancierte Zeitzeugenaufrufe in der Lokalpresse. Eine Zeitzeugin etwa, die mit ihrer Mutter in den Kriegsjahren einen Schrebergarten nordwestlich der Glanzstoff-Fabrik bewirtschaftete, erinnerte sich folgendermaßen


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