Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Sie waren zornig, Gott. Aber ändert das die katholische Kirche?

Es war eine würdige Inszenierung mit einem schwarzgekleideten Kardinal, einem Schuldeingeständnis, mit berührenden Schilderungen erlittener Gewalt, mit Trompetenklang und Paukenwirbel. Die von 3000 Gläubigen besuchte Messe am vergangenen Mittwoch erreichte eine atmosphärische Dichte wie kaum je ein Gottesdienst im heimischen Kirchenalltag. Was aber wird bleiben von der demonstrierten Reue?

„Wir sehen diese Krise als Chance, autoritäre Strukturen abzulegen, Sexualität zu enttabuisieren und Priestern die freie Entscheidung zu überlassen, ob sie zölibatär leben wollen oder nicht“, sagt Hans Peter Hurka einen Tag nach der Messe. Der Sprecher der Plattform Wir sind Kirche, die den Bußgottesdienst im Stephansdom initiierte, hofft, dass der Dialog mit der Amtskirche bis zur Kirchenvolkskonferenz im Juni andauert: „Uns schwebt eine demokratisierte Kirche mit Gewaltentrennung, Grundrechten und fairen Verfahren vor.“


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