Schauplatz und Wirklichkeit

Medien | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Was können und was dürfen Journalisten, wenn sie Reportagen drehen?

Entgegnung: Christian Schüller

Es gibt, zugegeben, nur weniges, was Fernsehen besser kann als Radio oder Printmedien: Eines dieser Dinge ist es, mit der Kamera zu beobachten, wenn zwei oder mehrere Menschen aufeinandertreffen und sich zwischen ihnen etwas Unvorhersehbares abspielt. Wenn zumindest einer von ihnen anders reagiert als erwartet, Rollenbilder sich verändern. Sich eine Szene entwickelt, die uns mehr erzählt, als wir vorher wussten.

Am Ende der vielzitierten Reportage „Am rechten Rand“ begegnet Philipp, der Skinhead, seinem Freund Attila, dem türkischen Zuwanderer. Binnen Sekunden kippt die bis dahin aufgebaute Aufteilung der Welt. Neue Facetten werden sichtbar. Diese eindrucksvolle und zugleich verstörende Szene verdanken wir dem Zufall. Philipp hatte sich selbst aus seiner Wohnung ausgesperrt, und so war die Kamera mit ihm im Hof, als Attila vorbeikam. Und was, wenn der Zufall hier nicht Regie geführt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige