Mach es dir selbst: Mit Ikea-Hacking und -Pimping wird’s plötzlich persönlich

Stadtleben | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Was du auch machst, mach es nicht selbst“, ruft es derzeit mit der Hamburger-Berliner Kombo Tocotronic aus allen Lautsprechern. Kann es sein, dass Obertocotronicer Dirk von Lowtzow noch keiner das Konzept von Ikea-Hacking erklärt hat? Weltweit findet Ikea-Basteln immer mehr Anhänger. Das Prinzip ist simpel: Es geht darum, ein x-beliebiges Teil aus dem Ikea-Sortiment nicht so zu verwenden, wie es sich der Hersteller ursprünglich vorgestellt hat. Mit ein paar Handgriffen wird aus einem Regal ein Bett. Aus einem Badezimmermöbel eine Puppenküche. Aus einer Aufbewahrungsbox ein Katzenklo. Und wer eine Säge besitzt, trennt einfach ein Regal in zwei Teile, schraubt sie irgendwie sonderbar zusammen, montiert daran eine Lampe und hat plötzlich aus einem Massenprodukt ein Möbel gemacht, das nicht in Millionen Wohnungen steht.

Für die Wiener Ausstellung „Phänomen Ikea“ wurden junge Designer eingeladen, aus gewöhnlichen Ikea-Lampen interessante Einzelstücke zu fertigen. Zu sehen sind nun bizarre Lichtkonstruktionen wie das Modell „Adolfine“, das sehr an einen Lampenentwurf von Adolf Loos erinnert. Pimping nennen es die Ausstellungsmacher. Vielleicht schafft es Adolfine ja sogar ins reguläre Sortiment des Einrichtungshauses. Zumindest können Ikea-Hacker davon ausgehen, dass der Konzern ihr Re-Design aufmerksam beobachtet. Wer will da nicht Teil einer Bastlerbewegung sein?

Ikea-Hacking-Blog: ikeahacker.blogspot.com


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