Herrn Libowitzkys letzter Monat

Stadtleben | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Seit 1816 liegt in der Rotenturmstraße ein Instrumentengeschäft. Jetzt schließt es. Ein Abschiedsbesuch

Reportage: Joseph Gepp

Man sieht ihn nicht gleich, wenn man das Geschäft betritt. Man muss erst einige Schritte ins Innere tun, bis Michael Libowitzky aus seinem kleinen Refugium im Hinterzimmer herauskommt. Ein abgenutzter Ledersessel steht dort, Zigaretten samt einem übervollen Aschenbecher, ein Pult mit der aufgeschlagenen „Weltchronik“ der Wiener Zeitung, ein altes Radio, aus dem in diesem Moment „Movie Star“ klingt. Und ein tabakgelbes Diplom an der Wand, das Libowitzkys Laden in prunkvollen Lettern die Teilnahme an der Wiener Weltausstellung im Jahr 1873 bescheinigt.

Seit 1816 existiert das kleine Musikalien- und Instrumentengeschäft in der Rotenturmstraße, Hausnummer 14; seit 50 Jahren steht darin Michael Libowitzky. Ein halbes Jahrhundert lang als Chef und einziger Angestellter hinter der Theke. Ein halbes Jahrhundert, Montag bis Freitag, 10.30 bis 13 Uhr und 14 bis


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