Wien, wo es isst

Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Stadtleben | aus FALTER 14/10 vom 07.04.2010

Hannovermarkt: Platte und die argen Sachen

Lokalaugenschein: Florian Holzer

Der heute kaum bekannte Hannovermarkt war Mitte der 1960er-Jahre, als er im Stil der umgebenden trostlosen Plattenbauten in einheitlichem Betonlook gestaltet wurde, der zweitgrößte Markt Wiens. Mit den Jahren wurde er zunehmend türkischer, was die Bezirksleitung zu einer gleichermaßen wegweisenden wie überaus differenzierten Entscheidung bewog: Weg damit! Das passierte dann aber eh nicht, die Existenz von EU-Förderungen ermöglichte 2003 eine Sanierung.

Viel Fleisch, kaum Schwein

Der schönste ist der Hannovermarkt immer noch nicht, Verfall und Depression rundherum, der Markt selbst wirkt da durchwegs als Zentrum der Lebensfreude. Der Anteil der Fleischstände ist enorm, fast alle bieten halal geschlachtetes Fleisch (geschächtet) an, es gibt nur einen einzigen Stand mit Schwein. König der Fleischhauer ist eindeutig Mehmet Köse, der drei Stände unterhält, die mehr oder weniger das Gleiche anbieten. Das allerdings

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