Performance Festival

Apropos Berührung: „touché“ im Tanzquartier

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Das Tanzquartier hat langjährige Weggefährten eingeladen, ihre Gedanken und ihr Wirken im weiten Feld der Choreografie auf das Thema „Berührung“ zu konzentrieren: Scores#1: touché heißt der „künstlerisch-theoretische Parcours“, der in zehn Tagen mehr als 20 Veranstaltungen umfasst. Als Erste werden Barbara Kraus und Jefta van Dinther ihre Überlegungen preisgeben. Wenn es um die Anleitung zu einem guten Leben geht, vertraut die Wienerin Kraus auf die Helden ihrer Kindheit – Pippi Langstrumpf und Robin Hood. Der in Schweden geborene Choreograf van Dinther kehrt dagegen in „Kneeding“ den Bewegungsaspekt in den Vordergrund: Wie steht es um das Kräfteverhältnis von Emotion und Bewegung, was kommt zuerst? Am zweitem Abend lädt das Internetmagazin corpus in eine Künstlerwohnung zum lockeren Abendausklang ein; eine wichtige Begleiterscheinung von Scores sind auch Trainings und Lectures.

Amanda Piña liefert eine Zustandsaufnahme ihrer „socialmovements“, Philipp Gehmacher stellt gemeinsam mit Vladimir Miller eine 13 Meter lange Videoinstallation ins Leopold Museum. Um die eigene Biografie geht es dem Franzosen Rachid Ouramdane, der in „Loin …“ eine Vietnam-Reise zum Anlass für eine Spurensuche nimmt. Eine biografische Videoarbeit kommt von Paula Caspão, und Florin Flueras und Brynjar Bandlien widmen sich rumänischer Tanzgeschichte. Der Deutsche Felix Ruckert bietet ein „Secret Service“ an, das nur mit verbundenen Augen gewährt wird, und die Dänin Mette Ingvartsen lässt ihre Tänzer die körperlichen Auswirkungen des Lebens in einer „Giant City“ verarbeiten. Zu guter Letzt werden die „Auswirkungen“ einer dreimonatigen Residenz im Tanzquartier auf vier Künstler präsentiert. Ein Generalpass (€ 35,–) liegt auf.

Tanzquartier Wien, 16. bis 25.4.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige