Tipp Party

Abteilung: Was lange währt, wird endlich gut

Lexikon | Gerhard Stöger | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Rund dreieinhalb Jahre sind vergangen, seit der junge Wiener Musiker Georg Tran Lap Vinh sein Albumdebüt „Kolorit“ unter dem Künstlernamen Landscape Izuma veröffentlicht hat. „Ein stimmiges Statement, das noch dazu sympathisch eigenständig klingt“, notierte Kollege Fasthuber damals. „Kolorit“ enthielt Singer/Songwriter-Pop, der mithilfe elektronischer Klänge ausformuliert wurde.

Entsprechend schnell war die Idee einer Remixplatte geboren, die allerdings zu einem Running Gag im Hause Siluh Records werden sollte – nicht nur einmal musste der Sinnspruch bemüht werden, wonach gut Ding eben Weile brauche. Als „Kolorit Remixed“ vor einigen Monaten tatsächlich aus dem Presswerk kam, war Landscape Izuma längst wieder Geschichte; auf seiner Homepage hatte der junge Musiker bereits Ende 2008 eine eher halblustige Nachricht vom eigenen Ableben veröffentlicht. Inzwischen ist er als Mitglied der Indieband Francis International Airport wieder auferstanden.

Schade um Landscape Izuma, für die Remixplatte letztlich aber egal. Die ist als innovatives, wenn auch nur bedingt benutzerfreundliches Package aus CD, weißem Vinyl, transparenter Plastikhülle und bunten Schnüren ohnedies ein zeitloses Kunstwerk für sich. Und die Remixe selbst haben auch mehr mit den jeweiligen Remixern– unter ihnen Techno-Rabauke Alec Empire, Kuschelelektroniker B. Fleischmann, Discoboy Eric D. Clark und die inzwischen ebenfalls aufgelöste Wiener Elektro-Boygroup TNT Jackson – zu tun als mit Landscape Izuma. Mit der projekttypischen Verspätung gibt es jetzt auch eine Präsentationsparty von „Kolorit Remixed“. Ohne Zutun von Herrn Izuma halt, dafür aber mit einem Liveset des ebenfalls als Remixer vertretenen Techno-Zappelphilipps Jason Forrest.

Morisson Club, Fr 22.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige