Ein Wochenende voll aktueller Kunst in Graz

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Die Galerientage bieten einmal mehr volles Programm

Das Pathos der frühen Jahre – als die Veranstaltung auch zu einer leuchtenden Zukunft namens „Kulturhauptstadt Europas 2003" hinführen sollte – ist verflogen. Aber nichtsdestotrotz sind die Galerientage, die es seit 1998 gibt und die offiziell auch unter dem Titel „aktuelle kunst in graz" laufen, jedes Jahr einer der wichtigsten Termine für Grazer Kunst interessierte. Mit koordinierten Eröffnungen und Präsentationen von Freitag bis Sonntag kann man sich ganz auf zeitgenössische Kunst einlassen – in immerhin 22 Grazer Institutionen. Zudem organisiert der Galerientag – und das darf als Highlight gelten – am Samstag und Sonntag Rundgänge mit prominenten Experten wie martin sturm aus Linz oder Nada Beroš aus Zagreb.

Aber auch das Ausstellungsprogramm verheißt einiges. Camera Austria eröffnet am Freitag mit einer Personale des Neuseeländers Darcy lange (1946-2005), der sich künstlerisch mit dem Thema „Arbeit" beschäftigt hatte – unter anderem in der Tradition des engagierten Dokumentarismus der USA der Neunzehndreißigerjahre. Der spielte auch eine Rolle für die lateinamerikanische Wandmalerei, mit der sich RHIZOM einmal mehr beschäftigt – anlässlich des Abrisses des Murals am ehemaligen KIZ. Gustav Troger zeigt bei Artelier Contemporary „Animierte Leere", Remixx wird sich eher kunsthistorisch mit Erotik und Pornografie beschäftigen, eine umfangreiche Ausstellung zur Landschaftsfotografie eröffnet im Forum Stadtpark. Ebendort steigt am Samstagabend auch eine Party mit der – mittlerweile schon kulturhistorisch interessanten – Grazer Band blizzfrizz. Die gibt es seit 1978.

22 Kunstinstitutionen, Fr, Sa, So, www.galerientage-graz.at


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