Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Was machen eigentlich die Leute, die in diesem Betrieb für den Brandmauerverputz und die Spamfilterreinigung zuständig sind? Mein Verdacht: sich einen feinen Lenz. Lümmeln sicher molto relaxo in der Feng-Shui-Ecke rum, reden über Ganzkörperenthaarung und Mikrowellenpopcorn und lassen den Herrgott einen guten Mann sein – derweil sich eine Flut von Unverschämtheiten in die Mailboxen ihrer arbeitenden Kolleginnen und Kollegen ergießt. Zum Beispiel in die von Max Mustermann (richtiger Name des Kollegen dem Redakteur bekannt). Der hat in den letzten Jahren locker 20 Kilo abgenommen, kriegt aber Mails des Inhalts „mustermann@falter.at ist dickleibig“. Max steckt das mit einem selbstironischen Schlenker souverän weg, klar: „Mag ja sein, aber will man das in einem Betreff lesen? Ich bin dagegen.“

Chris Wurmdobler (richtiger Name des Kollegen dem Redakteur bekannt) findet das Wort „dickleibig“ lustig und will sich einen „rhyme“ darauf machen. Mat Bernold (r.N.d.K.d.R.b.) ist wieder einmal totally outspaced und murmelt irgendwas von Käsekrainer und/oder Kabbala, und ich gehe meine Mails durch: Zu einem beunruhigenden Prozentsatz bestehen sie in der mäßig informativen Mitteilung, dass Donut-, Cheeseburger-, Pommes-, Schoko-, Vanille- und Fruchteis-Essen fett mache. Das Fettvermeidungsbusiness scheint ein Monopol von deutschen Töchtern bescheuerter Eltern zu sein: Die Damen tragen alle Namen wie Dr. Heddie Weber, Dr. Eulalie Keller, Dr. Roseanne Schwetzinger oder Dr. Harlene Roth. Kriegt man für blöde Vornamen jetzt schon einen Doktor?!


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