Glosse

Die Schwarzen im Ökofieber: Zur Frauenpartei reicht’s halt nicht ganz

Steuerpolitik

Falter & Meinung | Julia Ortner | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Ökos, das sind heute nicht mehr die ungewaschenen Sandalenträger. Ökos, das sind jetzt smarte Bauernbündler im Stadtanzug. Josef Pröll hat das Modewort für sich entdeckt und will nicht nur „Ökosteuern“ zum Stopfen des Budgetlochs, sondern gleich die totale „Ökologisierung des Steuersystems“. Klingt zwar leicht nach Populismus, ist aber menschlich nachvollziehbar. Wie sollten sich die Schwarzen denn sonst schick verkaufen, wenn nicht als „Ökopartei“? „Frauenpartei“ wäre unglaubwürdig, wenn man sich Prölls engsten Beraterkreis anschaut, alles Burschen. Auch „Zuwandererpartei“ hätte bei dem Spitzenpersonal keinen Sinn, alles Eingeborene. Und das zart grüne Image nutzt Pröll auch im Steuer-Match gegen Werner Faymann – „Ökoabgabe“ klingt ja auch gleich viel charmanter als „Reichensteuer“.


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