Kommentar

Das Glücksspielgesetz schützt die Profiteure, aber nicht die Spieler

Glücksspielnovelle

Falter & Meinung | Matthias G. Bernold | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Der Wallensteinplatz in der Brigittenau ist ein urbanes Kleinod. In den vergangenen Jahren aufwändig renoviert, umgeben von alten Zinshäusern hat er das Zeug zum Grätzelzentrum. Wo sich jedoch Straßencafés aneinanderreihen, wo liebevoll gestaltete Schaufenster zum Flanieren einladen sollten, dort blinkt und klingelt es stattdessen: ein Automatencasino, wie so oft im 20. Bezirk, ist die Hauptattraktion. Tag und Nacht voll mit Leuten, die hier ihren Lohn, ihre Arbeitslose oder ihre Sozialhilfe verspielen.

Geht es nach dem Willen der Koalition, die sich am Montag auf die Novelle des Glücksspielgesetzes geeinigt hat, dann werden diese urbanen Schandflecke weiterhin existieren. Mit allen negativen Folgen für die Spieler und für die Gesellschaft.

Zwar ist es prinzipiell zu würdigen, dass es bald eine einheitliche Rechtsgrundlage für das Glücksspiel in Österreich geben wird. Der Pferdefuß des neuen Gesetzes ist allerdings, dass es vom Schutz für Glücksspieler spricht, in Wirklichkeit


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