Kommentar

Anzeige für eine Partnerschaft: wie Mercedes die Museen entert

Kunst

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Liebe Mercedesfans: Im Leben kommt es oft auf den richtigen Partner an. Bei Mercedes halten wir uns streng an dieses Prinzip. Das ist die Grundlage für einen ökonomischen Verbrauch. So kamen wir auf die Idee eines sich ergänzenden Antriebs – mit der Kunst.

Zuerst beauftragten wir Andi Warhol mit einer Siebdruckserie über verschiedene Mercedes-Typen. Er lieferte 36 Stück, die gut in unsere Vorstandsräume passten. Warhol hat verstanden, was linke Kulturpessimisten nie begreifen werden: Die Kunst profitiert von unserer Aura, so wie umgekehrt avantgardistische Marken vom Sexappeal der Kunst profitieren. Nur ein Warhol ist ein Warhol.

Warhols sind keine Oldtimer, daher sollen sie raus aus der Garage. Wir hörten, dass es in Österreich Museen mit leeren Ausstellungshallen gibt. So können staatliche Museen und Privatunternehmen voneinander profitieren: Sie finanzieren die Räumlichkeiten und das Personal, wir liefern (bis 16.5. in der Albertina) die Warhols. Das nennen wir ökonomischen Verbrauch.

Auf die Dauer war uns Warhol zu protzig. Daher begannen wir, sperrige, abstrakte Kunst zu sammeln. Was zählt, ist das geniale Konzept, nicht die Angeberfelge.

Und auch dafür fanden wir in Wien ein Museum, wo Sie sich von unserer Markenstrategie überzeugen können. Das Museum moderner Kunst (Mumok) hat uns zwei Etagen zur Verfügung gestellt. Nur ein ungewaschener Radfahrer würde das einen Corporate Takeover nennen!

Das ist es, was wir unter einem Hybridmuseum der Zukunft verstehen. Frei nach dem von uns eingangs beschriebenen Motto: Auf den richtigen Partner kommt es an.


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