Kolumne

Der Machtwechsel in Kirgistan nützt vor allem Russland

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Russlands starker Mann Putin erklärt, mit dem Umsturz in Kirgistan nichts zu tun zu haben, und die US-Regierung beteuert, dass sie ihm glaubt. Die ehemaligen Rivalen des Kalten Kriegs haben gerade einen Abrüstungsvertrag unterschrieben, also soll nicht gleich der nächste Konflikt heraufbeschworen werden. Wenn man aber die bewährte Frage cui bono? stellt – wem nützt der Machtwechsel in Bischkek –, dann weisen alle Indizien nach Moskau.

Nachdem unter Jelzins Präsidentschaft Russland seinen Einfluss in den ehemaligen zentralasiatischen Sowjetrepubliken verloren hatte, ist in den vergangenen Jahren deutlich geworden, dass Moskau die Kontrolle über seinen Hinterhof nicht aufgegeben hat. Kirgistan gehört zu den Ländern, die nach der Auflösung der Sowjetunion mit den sogenannten bunten Revolutionen einen geopolitisch unabhängigeren und gesellschaftspolitisch liberaleren Weg einschlagen wollten. Der Vorsatz endete meist in Korruption, Cliquenwirtschaft und Unterdrückung der Opposition.


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