Von der Cottage in den Gemeindebau

Politik | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Der Raumplaner Reinhard Seiß im Gespräch über die Folgen der Öffnung von Gemeindewohnungen für die Mittelschicht

Interview: Sibylle Hamann

Die Gemeinde Wien besitzt 220.000 Mietwohnungen – und ist damit der größte Hausherr Europas. Verteilt auf 2300 Gemeindebauten wohnen 500.000 Menschen. Von Anfang an war der Gemeindebau als leistbarer Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen gedacht. Am 1. Oktober, kurz vor der Wahl, wird ein neues Wohnbauförderungsgesetz in Kraft treten, das die Einkommensobergrenzen deutlich anhebt; für einen Dreipersonenhaushalt etwa von 47.270 auf 66.180 Euro im Jahr.

Falter: Ist die Öffnung der Gemeindebauten für die Mittelschicht eine gute Idee?

Reinhard Seiß: Ich nehme an, dass es darum geht, die Entstehung von sogenannten Ghettos zu vermeiden. Ich persönlich sehe kein Problem darin, wenn es an manchen Orten konzentriert ethnische oder soziale Subkulturen gibt. Aber wenn eine Stadtregierung sagt, wir wollen das nicht, damit können die Leute nicht


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