Gott und die Welt

Politik | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Aus dem Tagebuch eines Christenmenschen

Essay: Franz Schuh

Eine der Fragen, die in einem fort nichts als beantwortet werden, lautet: Was ist der Mensch? Ich möchte Einsiedler werden, damit allein die Tiere und der Wald meinen Anteil an der Selbst-Darstellung des Menschengeschlechts mitkriegen müssen. So aber lebe ich unter Menschen, die mir ihre Kirche vor Augen führen, und Gott helfe mir, ich kann nichts anderes dazu sagen als Ecce Homo.

Menschen bringen es nicht fertig, von sich selbst ein ausschließlich realistisches Bild zu haben. Wer sich kennt, weiß warum – sie gründen Organisationen zu ihrer Selbsterhöhung, was im Hinblick auf Gott und auf ein Jenseits sich am besten einrichten lässt. Gott dulden wir, indem wir ihn als das Andere unserer selbst festhalten, wir sind sein Ebenbild.

Unter dem Schutz solcher Überzeugungen passieren dann die Dinge, die ihnen Hohn sprechen. Nicht um mein Talent für Empörung unter Beweis zu stellen, sondern um die gottverlassene Unglaublichkeit,


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