Nachbar in Not

Politik | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Roma-Morde, militante Garden, ein unvergleichlicher Rechtsruck. Was ist denn bloß in Ungarn los?

Reportage: Joseph Gepp

Es ist Donnerstag, 8. April. Morgen beginnt die gesetzlich verordnete Kampagnenstille vor der Wahl. Heute wird am Budapester Donauufer noch richtig Gas gegeben.

„Wer liefert unserer Regierung die Tankwägen, die euch beim Demonstrieren von der Straße spritzen?“, ruft der Redner in die Menge. „Israel!“, antwortet er sich selbst. „Wer kauft unsere ungarische Erde auf? Israel!“

Die Partei Jobbik, was zugleich „Bessere“ und „Rechtere“ bedeutet, hat zur Schlusskundgebung unter die Statue von Sándor PetoÝfi, Ungarns Heinrich Heine, geladen. Bei ihrer Gründung 2003 galt Jobbik noch als obskure Politsekte, deren völkisches Getue samt Faible für historisch einschlägige Uniformen Spott hervorrief. Jetzt könnten Ungarns Rechtsextreme, neben denen sich die hiesige FPÖ wie ein Haufen Versicherungsvertreter nach einem NLP-Grundkurs ausnimmt, gar die regierenden


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