Ungarn und seine Schicksalswahl – die zwei Gesichter des Viktor Orbán

Politik | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Der Fidesz-Triumph ist mit dem Begriff Rechtsruck nur ungenügend beschrieben. Fidesz ist eine Partei, die schwer zu beschreiben ist: eine Partei, die – wie die nunmehr aus dem Parlament verschwundene liberale SZDSZ – aus der Dissidentenbewegung der 80er-Jahre entstanden war; die sich zunächst, wie ja auch der Name „Jungdemokraten“ signalisiert, ursprünglich eher links der Mitte aufgestellt, sich aber in den 90ern schrittweise nach rechts bewegt hatte. Ihre Mitgliedschaft in der Europäischen Volkspartei zeigt aber auch, dass sich Orbán nicht als ungarischer Le Pen oder Strache, sondern als die magyarische Version von Sarkozy und Merkel sehen will.

Das Ungewöhnliche ist nicht, dass nach acht Jahren sozialistischer und sozialistisch-liberaler Regierung der nach rechts gerückte Bund der Jungdemokraten einen Wahlsieg erringt. Das Ungewöhnliche ist das Ausmaß der linken Niederlage. Die postkommunistischen, sozialdemokratisierten Sozialisten (MSZP), die dreimal – 1994, 2002,


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