Die langen Schatten islamischer Geheimdienste

Politik | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Wilhelm Dietl seziert die Arbeit nahöstlicher Geheimdienste. Dabei vergisst er leider, westliche Kollaborateure zu erwähnen

Rezension: Marion Bacher

Wie ein Herzinfarkt hätte der Tod des Hamas-Funktionärs Mahmud al Mabhuh in Dubai aussehen sollen. Im Zimmer 237, im DAl-Bustan-Rostana-Hotel. Die Geheimagenten, die den Waffenschmuggler der radikalislamischen Hamas am 19. Jänner ermordeten, hatten ihre Rechnung jedoch ohne Dahi Khalfan Tamim gemacht. Der Polizeichef des Emirates Dubai veröffentlichte Namen und Fotos von elf Verdächtigen und beschuldigte den israelischen Geheimdienst Mossad.

Steckt hinter dem Mord wirklich der Mossad? Diese Frage bewegte am 22. Februar in der Wiener Buchhandlung Kuppitsch so manches Gemüt. Der Journalist und ehemalige Bundesnachrichtendienstagent Wilhelm Dietl saß ein wenig gebückt vor rund 50 Interessierten. „Wenn es die Israelis waren, dann war es nicht der Mossad alleine, sondern ein Joint Venture der drei großen Geheimdienste“, sagte er in leicht

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