Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Wie ein Boku-Hirte gegen die Abschiebung seiner Lämmer kämpft

Weil die Wiener Universität für Bodenkultur (Boku) herausfinden wollte, inwiefern Schafe die Vegetation einer Wiese beeinflussen, streitet sich Richard Krampl jetzt mit Teilnehmern seiner eigenen Pressekonferenz. Vor mehr als 20 Jahren nahm Krampl sein Zoologiestudium auf, vor fünf Jahren wurde er Hirte. Das Projekt ist längst beendet, die 13 Schafe und Lämmer aber grasen noch immer auf dem Versuchsgelände in Wien-Jedlersdorf. Die Übersiedelung nach Groß-Enzersdorf lehnt Krampl strikt ab. Denn nicht nur hat sich der Langzeitstudent an seinen Hirtenjob gewöhnt, die Tiere seien außerdem „integraler Bestandteil des Versuchszentrums“ geworden. Deshalb grast Krampl die Medien ab, um dem Lammskandal gebührende Öffentlichkeit zu verschaffen. Die ratlose Boku-Leitung, die den Schafen nun mit einer Räumungsklage droht, weiß bloß eines: Der Einfluss der Schafe auf die Versuchswiese war größer als erwartet.


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