Die zahme Bestie zeigt ihre Krallen: Ernst Moldens Wienerwald-Singspiel „Häuserl am Oasch“ im Rabenhof

Feuilleton | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Der Wienerwald ist ein ganz besonderes Gebiet. Ein Zwischending aus Natur und Zivilisation, Großstadt und Wildnis, Wien und Wald. Der Wiener liebt seinen Wald, aber er nimmt ihn nicht ganz ernst. Aber da könnte er sich täuschen. Ernst Molden jedenfalls traut dem Frieden nicht. In seinen Werken zeigt die zahme Bestie Wienerwald immer wieder ihre Krallen.

Molden hat dem Wienerwald nach einem Roman und einigen Songs nun auch ein „Singspiel“ gewidmet. Mit „Häuserl am Oasch“ kehrt Molden, dessen Künstlerkarriere Anfang der 90er am Wiener Schauspielhaus begonnen hatte, knapp 20 Jahre später ans Theater zurück.

Der Schriftsteller Molden war zuletzt in den Schatten des Musikers Molden getreten. In „Häuserl am Oasch“ kommen beide zu ihrem Recht. Einige der Songs, die Molden für das Stück geschrieben hat, gehören zu seinen besten; die Szenen dazwischen sind aber mehr als bloß Rahmenhandlung.

„Singspiel“ trifft die Sache ziemlich gut, „Original-Zaubermärchen“


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