„American Beauty“ auf schwul

Feuilleton | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Tom Fords „A Single Man“ ist trotz grandiosem Hauptdarsteller kaum mehr als Designerkino auf gehobenem Niveau

Filmkritik: Michael Omasta

George Falconer hat keine Eile. Er nimmt sich alle Zeit der Welt, um seinen Freitod vorzubereiten. Schreibt ein paar Briefe, räumt sein Büro an der Universität zusammen und hinterlässt seiner Haushälterin schriftliche Anweisung, dass er seine Krawatte bei der Beerdigung mit einem Windsorknoten gebunden wünsche.

Für sein Regiedebüt hat sich Tom Ford, einflussreicher Designer bei Gucci und Yves Saint-Laurent, nicht gerade einen leichten Stoff ausgesucht. „A Single Man“ schildert, ganz nah an Christopher Isherwoods gleichnamiger Romanvorlage, den letzten Tag im Leben eines des Lebens müde gewordenen Mannes.

Vor acht Monaten, wir schreiben den 30. November 1962, ist Jim mit seinem Wagen tödlich verunglückt. Nun mag George nicht mehr. Mit dem Verlust des langjährigen Partners hat auch sein Leben jeden Sinn verloren.

Seither ist seine Welt grau


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