Taoistischer Tee, geiles Geo

Feuilleton | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Die Malerei mit Lineal und Zirkel demonstriert ihre grandiosen Möglichkeiten

Ausstellungstour: Matthias Dusini

In den Manifesten der russischen Kunstrevolution stößt man auf die Forderung, Zirkel und Lineal anstelle des Pinsels zu verwenden. Der Pinsel, heißt es in einem Vortrag Alexander Rodtschenkos von 1921, sei für die Wiedergabe von Gegenständen notwendig gewesen. Nun aber sei die Zeit des Illusionismus und der Gefühle vorbei; die neuen Arten des Malens huldigten der Linie, die sich gezielt auf die Form richte – „geometrisch, einfach, klar und genau“.

Nicht mit freier Hand gezeichnet wirkt das Bild „Edelweiß VIII“ (2005) von Helmut Federle, Jahrgang 1944, in der Galerie nächst St. Stephan, das eine unregelmäßig kristalline Form mit schwarzen und olivgrünen Flächen darstellt.

Zirkel und Lineal gehören offenbar auch zur Standardausrüstung von Sarah Morris, Jahrgang 1967, die in der Galerie Meyer Kainer eine Serie von Bildern mit knotenartigen Gebilden präsentiert.


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