Existenzialismus, in Samt gehüllt

Feuilleton | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Die australischen Indie-Herzensmasseure The Blackeyed Susans mit neuer CD-Box in Wien

Würdigung: Gerhard Stöger

Manchmal genügen wenige Worte, um alles zu sagen. „Wie kann die Sonne weiterscheinen, wie können die Wellen weiterrollen“, fragt die melancholische Stimme im Song „The End of the World“. „Warum singen die Vögel wie immer, warum leuchten die Sterne am Firmament? Wissen sie denn nicht, dass die Welt untergegangen ist? Sie ist untergegangen, weil du mich nicht mehr liebst!“

1962 hat Skeeter Davis diesen Klassiker der Herzschmerzvertonung erstmals gesungen; damit knackte sie in den USA sowohl die Country- als auch die Popcharts. Der Reiz des gerade einmal fünf Vierzeiler langen Liedes liegt im Wechselspiel von Form und Inhalt: So traurig der Text ist, so luftig ist die Musik. Unzählige Coverversionen folgten, und sie taten gut daran, jenem Pathos zu widerstehen, zu dem der Inhalt einlädt.

Eine wunderbare Lamourhatscher-Interpretation stammt von den Blackeyed Susans.


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