Zwischen Tradition und Moderne: eine späte Würdigung des Schönberg-Pianisten Eduard Steuermann

Feuilleton | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Rezension: Carsten Fastner

Als Pianist war er Student von Ferruccio Busoni, als Komponist von Arnold Schönberg, so wurde Eduard Steuermann (1892–1964) zum wichtigsten Interpreten in Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen.

Daneben edierte der gebürtige Galizier in Wien die Klaviermusik von Brahms, arrangierte Schubert-Lieder und Strauß-Walzer für zwei und drei Klaviere. Und er komponierte eigene Musik, in deren „dunkler und oft rätselhafter Verschlungenheit“ sein ehemaliger Schüler Theodor W. Adorno „etwas genuin Kafkasches“ hörte.

Letztlich waren es wohl eben diese Aufgeschlossenheit, dieses tiefe Verständnis für Tradition und Moderne, derentwegen Steuermann zu einem der großen Vergessenen des 20. Jahrhunderts wurde. Als Komponist vor allem, dessen Werk zum Teil bis heute auf seine Herausgabe wartet; aber auch als Pianist.

Denn so sehr seine Interpretationen Schönbergs, Bergs und Weberns mit Fug und Recht Authentizität beanspruchen (und einem Kenner wie


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