Nüchtern betrachtet

Das Konzept Bärlauch wird missverstanden!

Feuilleton | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Sehr gerne schaue ich auf den Seiten vorbei, die in diesem Blatt dem Essen und dem Trinken gewidmet sind. Essen und Trinken ist eine grunddemokratische Tätigkeit und erfreut sich allgemein noch größerer Beliebtheit als Tuten und Blasen – womöglich zu Recht. Mitunter koche ich sogar Rezepte nach, in denen keine oder die richtigen französischen Wörter vorkommen: Blanchieren geht grad, tranchieren muss echt nicht sein und pochieren überlasse ich meiner Frau, wenn die gerade glaubt, was Virtuoses anstellen zu müssen.

Mit großem Vergnügen lese ich aber auch von Dingen, die mich gar nichts angehen: Staunend nehme ich zur Kenntnis, dass es da draußen tatsächlich Leute gibt, die Hühner vollständig entbeinen, ich erfahre, in welchen Landgasthäusern der Auvergne derzeit die besten im Eigenfell geschmorten Frischlinge serviert werden oder wie man das Blattgold korrekt auf die Wachtelnieren


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