Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Geh weg mit Gehbier, Fahrbier fährt gar nicht!

Essen und trinken to go, tolles Thema. Den Autor dieser Zeilen werden Sie zuweilen dabei beobachten können, wie er sich im Gehen Speisen zuführt: Kolatschen, Eis oder – pssst, heimlich! – Leberkässemmerln. Aber nie, niemals Getränke. Maximal ganz selten Kaffee. Nicht weil er unfähig wäre zum Multitasking. Gleichzeitig geht schon. Gehbier geht gar nicht. Ein weißer Spritzer über die Gasse, wo sind wir denn?! Mögen andere an Getränkedosen knabbern oder verzweifelt Passanten um Korkenzieher anwinseln (Rotweinflecken lassen sich nur schwer aus heller Sommerkleidung entfernen): Getrunken wird im Sitzen. Ruhig auch auf einer Parkbank, einem MQ-Enzi oder einer Picknickdecke. ABER NICHT IN DER U-BAHN! Fahrbier, das Wort haben wir in Berlin gelernt, ist nämlich echt das Letzte. Klar ist es hübsch, wenn man schon etwas vorgeglüht einen Club besucht; hilft auch beim Sparen. Und wer schon sturzbetrunken bei einer Party aufkreuzt, den werden die Gastgeber heiß lieben. Aber die U-Bahn ist kein Biergarten. Prosten Sie einander wenigstens nicht zu!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige