Kabbala und Liebe

Stadtleben | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Nach den Gürtelrazzien: ein Rotlichtbaron zwischen Puff und Mystik

Bericht: Matthias G. Bernold

Es ist zwei Uhr in der Früh, und im Baum-des-Lebens-Institut in Wien-Leopoldstadt hat gerade der Tag begonnen. 15 Männer sitzen zu dieser nachtschlafenden Stunde zwischen kabbalistischen Büchern und Tafeln, die Kreise, Pfeile und Planeten zeigen. An der Stirnseite des Raumes hängt ein Flachbildschirm, von dem Rav Michael Laitman, der spirituelle Führer der kabbalistischen Vereinigung Bnei Baruch, auf ein globales Publikum einredet. Der weißbärtige Mann mit Kippa erläutert via Live-Übertragung aus Jerusalem Zusammenhänge, die sich Nichteingeweihten nur schwer erschließen.

„Das schöpferische Licht“, sagt er gerade, „bewirkt zweierlei: die Vergrößerung des Willens und danach dessen Korrektur.“

Es ist eine merkwürdige Welt, die sich jede Nacht, wie es die Tradition verlangt, zwischen zwei und fünf Uhr morgens in der Oberen Augartenstraße auftut. Wie um diese Eigentümlichkeit


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