Nimm dir die Stadt: Wenn Guerrilleros Gehsteige wieder zu Bürgersteigen machen

Stadtleben | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Bericht: Christopher Wurmdobler

Nein, der Gehsteig ist keine Alternative zur „Betreten verboten“-Wiese auf dem Heldenplatz. Aber er ist ein Stück öffentlicher Raum, und wer in der Stadt wohnt, hat ihn praktischerweise direkt vor der Haustüre. Den Gehsteig nicht nur als gepflasterte Straße für Passanten zu betrachten, sondern als Ort zum Verweilen zu nutzen, hat sich seit etwa einem Jahr eine Gruppe junger Architekten aus Wien-Wieden zum Thema gemacht. Kurzerhand räumten sie ein paar Sessel, ein Tischchen und Grünpflanzen auf die Große Neugasse vor ihrem gemeinsamen Atelier. Man frühstückt gemeinsam, verbringt bei schönem Wetter Denk- und Mittagspausen draußen, nennt sich – starke Ansage! – „Gehsteig-Guerrilleros“ und vernetzt sich mit Gleichgesinnten. Die Guerrilleros gründeten eine Open-Air-Bewegung und fanden Nachahmer und sogar Unterstützung von offizieller Seite.

Man kann es auch soziales Design nennen. Jedenfalls hat jetzt der Gehsteig wieder Saison.

Der Gehsteig

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