Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Meinklang Traubensaft

Stadtleben | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Ein Traubensaft, der nicht scharf den Hals hinunterrinnt

Wer im Falter den Speisekolumnisten redaktionell betreuen darf, hat’s gut. Zum Beispiel kann er immer schon eine Woche vor den lieben Leserinnen und Lesern lesen, was neu und super ist. Mitunter war man dann auch schon im Kaas am Karmelitermarkt (siehe Seite 41), bevor es alle tun. Normalerweise sind wir ja ein bisschen skeptisch, wenn wir die Kühlvitrinen mit den hierzustadt oft noch unbekannten Szenegetränken aus Hamburg, Berlin oder Unterfranken sehen. Korrekt und slow ist es auch nicht gerade, Litschilimo von dort zu trinken. Weshalb die Wahl im Kaas dann auch auf Traubensaft von Meinklang fiel, einem pannonischen Mischbetrieb im Seewinkel, der im hübschen grünen Fläschchen daherkommt (der Saft, nicht der Winkel).

So muss Traubensaft schmecken! Ein wenig herb, nicht so zuckrig süß, dass es einem den Hals aufkratzt vor lauter Zuckerschärfe. Naturtrüb ist er, nicht nur bio, sondern auch Demeter. Und, wie bereits erwähnt, fast aus der Region.

Dass der Burgenländer Landwirt Werner Michlits das rote Säftchen nicht aus irgendwelchen Trauben, sondern aus Zweigelt presst, lernt man zwar erst auf der Homepage ( www.meinklang.at), aber man merkt es dann auch am Geschmack. Auch halbe-halbe, gespritzt mit Wiener Hochquellleitungswasser, kommt der Zweigelt noch durch. Und wenn die Flasche leer ist, kann man sich immer noch am Etikett erfreuen. Ein – offensichtlich glückliches – Rindvieh balanciert dort Trauben auf dem Kopf. Lustig. Und gut. cw


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