„Schuberts Katze“: Wie Helwig Brunner musikalische Hörerfahrungen erfolgreich lyrisch komprimiert

Steiermark | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Buchkritik: Wolfgang Kühnelt

Der Grazer Helwig Brunner ist Biologe und Autor, aber auch diplomierter Musiker. In seiner Literatur, speziell in der Lyrik, werden diese Fachgebiete oft miteinander verschmolzen. In seinem jüngsten Büchlein „Schuberts Katze“ finden sich 21 Gedichte, die beim Anhören von zumeist klassischen Musikstücken entstanden sind. Wenn Brunner seine Assoziationen zu Bach, Beethoven, Schubert und Grieg, aber auch zu Philip Glass und Arvo Pärt zu Papier bringt, sind das keine leichtfertigen Fingerübungen, sondern komprimierte Erfahrungen aus mehreren Jahren der Auseinandersetzung.

Mal spielt die Umgebung mit hinein, in der Brunner das Stück hört, dann wieder legt er in wenigen präzisen Sätzen die Substanz des Werkes frei. Worthülsen, Sprichwörter und Metaphern kombiniert er neu und hinterfragt damit an manchen Stellen das Pathos der Sprache und das der Musik. Bei einigen Stücken begnügt Brunner sich mit einer knappen Notiz, dann wieder geht er ins Detail.


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