Da hat sich die Regie ein wenig die Finger verbrannt

Steiermark | aus FALTER 15/10 vom 14.04.2010

Auch die Fallhöhe zählt: Intendantin Anna Badora inszeniert am Grazer Schauspielhaus Wajdi Mouawads „Verbrennungen“

Theaterkritik: Hermann Götz

Wajdi Mouawad ist ein Nachgeborener, ein Sohn libanesischer Flüchtlinge, der selbst den Gräueln von Krieg und Flucht erst nach und nach auf die Spur gekommen ist. Dann, so sagt er, begann er das beharrliche Schweigen seiner Eltern zu verstehen, das furchtsame Ausharren in einer Versteinerung aus Angst, Schmerz und Zorn. Mit dem Blick der Nachgeborenen hat er auch seine „Verbrennungen“ verfasst, ein Stück zum Weinen (das ist nicht ironisch gemeint), ein mythenhafter Anti-Ödipus um die Geschichte von Nawal, der Frau, die singt (Andrea Wenzel/Steffi Krautz), und ihrer Kinder (Gustav Koenigs, Florian Köhler und Gast Pauline Knof).

Auf der Suche nach ihrem Sohn gerät Nawal zwischen die Fronten eines Bürgerkriegs, der die aufrechte Frau schließlich zum Widerstand nötigt. In einem Foltergefängnis wird sie von ihrem Vergewaltiger geschwängert,


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