Musiktheater Kritik

Ein Prinz als Riesenbaby: lachen und nicht denken

Lexikon | Isabella Grossmann | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Sergej Prokofjews groteske Märchenoper „Die Liebe zu den drei Orangen“ feierte in der bejubelten Hamburger Inszenierung Ernst-Theo Richters an der Volksoper einen eher unspektakulären Einstand. Die Aufführung punktete mit stimmigem Bühnenbild und witzigen Einfällen: der Prinz nicht als melancholischer Hypochonder, sondern als quengeliges Riesenbaby, von Mehrzad Montazeri stimmlich und spielerisch präsent dargestellt. Doch trotz der treibenden Leitung Alfred Eschwés zog sich die Handlung etwas hin. Christian Drescher gab einen famos feigen Truffaldino, Irmgard Vilsmaier eine furiose Fata Morgana, Lars Woldt einen lustig schusseligen Tschelio. Insgesamt sehr hörenswert.

Volksoper, So 16.30, Mi 19.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige