Meinesgleichen

Nicht zu fassen: Karl-Heinz Grasser

Falter & Meinung | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Karl-Heinz Grasser war als Staatsschauspieler das Gegenbild zu Heinz Fischer: „Er stellt als, Staatsdiener‘ genau jene antistaatliche Modernität dar, die sich der Untertan in seinen Ressentiments erträumt“, habe ich einmal über ihn geschrieben. Jetzt klopft die Staatsanwaltschaft bei ihm an, weil sie bei seinem Freunderl Walter „bar aufs Handerl“ Meischberger, einer jener zu Vermögen gekommenen Altspatzen aus Haiders „Buberlpartie“, eine Rechnung fand, welche dieser für Grasser beglichen hatte.

Es handelt sich, wie das Magazin profil berichtete, um einen Urlaub auf den Seychellen, den Meischbergers Agentur ZehnVierzig für Grasser und dessen Freundin bezahlt hatte, läppische 4600 Euro für sechs Nächtigungen ohne Flug (war das der mit dem Upgrading?). Meischberger sagt, er habe sich das Geld von Grasser „wieder geholt“. Es könne sein, dass er besserer Konditionen wegen dort angerufen habe.

Um Grasser häufen sich Merkwürdigkeiten. „Fehlüberweisungen“ aus Liechtenstein auf sein Konto bezahlt er natürlich gleich zurück. Auch die Urlaubsrechnung war nur ein Vorschuss, als Finanzminister ist man nicht so bei Kasse. Andererseits profitierte Meischberger vom Buwog-Verkauf, den Grasser verantwortete. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Eben nichts. Grasser fühlt sich von allen verfolgt. Zeit, dass ihn auch die Staatsanwaltschaft verfolgt und seine Konten öffnen lässt. Das ist sie uns schuldig, damit unsere Unschuldsvermutung Gewissheit wird.


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