Keine Angst vor den großen Gefühlen!

Falter & Meinung, FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Emotionalisieren im Wahlkampf darf heute nicht nur das Monopol des Rechtspopulismus sein

Kommentar: Christoph Hofinger

Abgebrühte Wahlkampfmanager wussten schon immer, dass sie Gefühle ansprechen müssen, um zu gewinnen. So hatte das Gespann Bruno Kreisky/Anton Benya für die Wähler immer drei Themen parat: „Eines für das Portemonnaie, eines für das Hirn und eines für das Herz“. Reinhold Lopatka, der im Wahlkampf 2002 für die ÖVP erfolgreich eine Aufholjagd orchestrierte, verfuhr nach dem Motto „Reduzieren – personalisieren – emotionalisieren“.

Bestätigt werden die Strategien der Wahlkampfleiter durch die enormen neurowissenschaftlichen Fortschritte der jüngsten Zeit. Diese zeigen, dass Entscheidungen gar nicht von der Ratio allein getroffen werden können: Komplexere Entscheidungen müssen von unserem Unbewussten verarbeitet und vorbereitet, wenn nicht getroffen werden. Und wenn der Groschen dann gefallen ist, vollzieht das Bewusstsein oft nur nach, was nicht unwesentlich

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