„Keynes wird im Kleiderschrank

Politik | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Der britische Wirtschafts-historiker Lord Robert Skidelsky über die Dummheit der Ökonomen, die Macht der Banken und die Rückkehr von „Meister Keynes“ verräumt“

Interview: Robert Misik

Jahrzehntelang galt er als der „tote Hund“ der Wirtschaftswissenschaften – John Maynard Keynes, wohl der bedeutendste Ökonom des 20. Jahrhunderts. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise ist er wieder en vogue. Für Robert Skidelsky, Autor der dreibändigen Keynes-Biographie, ist das aber bestenfalls ein Anfang.

Falter: Wenn man Ihr Buch liest, hat man den Eindruck, die Hauptverantwortung für die Finanzkrise trage die Wirtschaftswissenschaft. Haben uns die tatsächlich die Ökonomieprofessoren eingebrockt?

Robert Skidelsky: Ja, das kann man so sagen. Natürlich gibt es eine Kette der Verantwortlichkeit. Aber ganz an der Spitze steht die dominante ökonomische Idee, dass Regierungen das Problem und Märkte die Lösung seien und dass Märkte sich selbst regulierten. Das führte zur Deregulierung, zur


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