Als Nazis wie Götter in Frankreich lebten

Politik | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Die NS-Besatzung in Frankreich und Norwegen war nicht nur von Feindseligkeit geprägt. Ein neues Buch offenbart verstörende Einblicke

Rezension: Elissa Mailänder Koslov

Aber man darf nicht vergessen, dass die Besatzungszeit täglich war.“ Diese Worte Jean-Paul Sartres leiten Ebba D. Drolshagens Buch über die deutsche Besatzung in Norwegen und Frankreich ein. Darin untersucht sie den Alltag der Soldaten wie auch der Zivilbevölkerung, denn „selten“, schreibt die Journalistin, „ist das Private so eminent politisch wie in Kriegszeiten“.

Drolshagen schildert die Begegnungen zwischen feindlichen Soldaten und besiegter Zivilbevölkerung, das vielfältige Neben- und Miteinander anschaulich und anregend. Sie stützt sich dabei hauptsächlich auf Interviews mit Zeitzeugen. Bereits veröffentlichte Tagebücher und Briefe ergänzen das Quellenkorpus.

Nach der Kapitulation Norwegens und Frankreichs richteten sich die deutschen Soldaten im Frühjahr 1940 in beiden Ländern auf Dauer ein. Der


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