Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Anna Sawerthal | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Vorarlberger Bauern in Wien: eine gemütliche Besetzung im ÖBB-Foyer

Im ÖBB-Foyer am Wienerberg wurden vergangene Woche Erdäpfel und Salat angebaut. Greenpeace-Aktivisten protestierten als Bauern verkleidet gegen den Ausbau des Kraftwerks Spullensee in Vorarlberg. Ein paar Besetzer drangen als DHL-Boten in die Büros ein, wo sie Transparente enthüllten: „Hände weg vom Lech!“ Das Projekt würde das Ökogleichgewicht stören, hunderte Bauern liefen Gefahr, ihre Wasserrechte zu verlieren. Die ÖBBler nahmen die Sache gelassen auf, sagt Pressesprecherin Bettina Gusenbauer, die auch vor Ort war. „Die meisten fanden es gut, dass es Leute gibt, die für ihre Ideale kämpfen.“ Tatsächlich wurden die Verhandlungen auf Eis gelegt, die Besetzer zogen nach zwei Tagen wieder ab. Laut Gusenbauer ist aber nicht Greenpeace für das Scheitern verantwortlich, sondern die Sturheit der Bauern. „Der Bauernstand hat in Vorarlberg sehr hohes Ansehen. Da gibt es Ängste wie: Jetzt kommt die ÖBB aus Wien und will uns was wegnehmen.“


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