Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Stefan Kluger | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Herr Merlicek, warum ist Ihre Limonade besser als Sex?

Limonaden gibt es viele, die meisten sind sehr süß und nicht sonderlich gesund. Das meint jedenfalls Franz Merlicek von Demner, Merlicek & Bergmann. Seine Werbeagentur wurde von Vöslauer beauftragt, deren Bio Limo als bessere Alternative zu präsentieren. Immerhin sind Früchte und Zucker aus biologischer Landwirtschaft.

„Die Kampagne soll in erster Linie Jugendliche ansprechen, die regelmäßig Limonade trinken. Und natürlich Mütter, die für ihre Kinder gesünder einkaufen wollen“, sagt Merlicek über die Zielgruppen der neuen Kampagne.

Die Bio Limo gibt es mittlerweile in den fünf Geschmacksrichtungen Holunderbeere, Apfel-Kräuter, Himbeere, Orange und Zitrone; 100 Milliliter enthalten rund 25 Kalorien. Die Flaschen werden vor fröhlich-sommerlichen Hintergründen präsentiert, die Farbgebung soll an die jeweilige Fruchtsorte erinnern. Und auch Slogans symbolisieren, dass es sich hier um ein genussvolles und trotzdem gesundes Erfrischungsgetränk handelt.

„Wie deine Freundin, aber nicht so süß“, „Wie Sonntag, aber alles hat offen“, „Wie Sex, aber mit mehr Abwechslung“ steht auf den Plakaten. Wie entstehen solche kecken Sprüche? Schütteln Franz Merlicek und sein Team die locker aus dem Ärmel? Keineswegs, meint der Werber. Die Botschaft sei von Anfang an klar gewesen, doch die Suche nach der richtigen Formulierung war beschwerlich. „Ausgangspunkt waren die Sprüche ‚Wie Limo, aber besser‘ und ‚Wie Limo, aber Bio‘. Daraus haben sich dann alle anderen entwickelt.“

Vordergründig wirken die Plakate amüsant. Wer ein bisschen darüber nachdenkt, wundert sich aber doch: Woher wissen die, wie süß meine Freundin ist? Und warum glauben die Werber, dass wir so langweiligen Sex haben?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige