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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Das Wörtchen exklusiv treibt Journalisten regelmäßig zu kreativen Höhenflügen. Sehr fleißig war vergangene Woche G7, die neue Stadtzeitung für Graz der Kleinen Zeitung. An einem einzigen Tag berichtete das Stadtmagazin G7 „exklusiv“, dass Florian Weitzer sein Grand Hotel Wiesler künftig ohne Sterne führen will, vermeldete „exklusiv“, dass das Postamt im Örtchen Debant geschlossen werden soll, hat eine „exklusive Umfrage für G7“, laut der die Sozialdemokraten in Graz verlieren, und lässt die Leser in einer „Exklusiv-Umfrage“ über Umweltzonen abstimmen. Dazu enthüllt G7 „exklusiv die Geheimnisse der Freimaurer“. Kreativer war die Presse. Die führte nun die Kategorie der rückwirkenden Exklusivität ein. Am Freitag stellte die Presse zum Skandal im Österreichischen Olympischen Komitee Folgendes klar: „Endbericht-Einzelheiten erfuhr Die Presse bereits vor der gestrigen Format-Aussendung.“ Wieso haben es die Kollegen von der Presse dann nicht geschrieben?


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