Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Heidi Klum ist tot. Nicht einmal mehr Männer mit Hormonstau wollen sich den fünften Aufguss ihres Pro-7-Mädchenstraflagers „Germany’s Next Topmodel“ (Do, 20.15 Uhr) noch anschauen. Das einstige Erfolgsformat hat schon ein Drittel seiner Zuseher verloren. Der Hauptgrund dafür ist Klums Sendungspolitik. Die strenge selbsternannte Modelmutti mit dem Charisma eines Sahnetörtchens verfügt nicht über den Facettenreichtum an Ideen, den eine Reality-Soap braucht, um fürs Publikum spannend zu bleiben. Die angeblich so geschickte Geschäftsfrau aus Deutschland wirft strategisch völlig verblödet jeden Juror aus ihrer Show, der Persönlichkeit besitzt – wahrscheinlich auch, weil sie selbst so gar keine personality hat. Klum kupfert die verlogene Starletsuche, die offensichtlich von vorne bis hinten durchinszeniert ist, nur von der jeweils vorherigen Staffel ab. Ein derartiges Festival der Redundanz sah man selten im TV. Dagegen ist sogar die „ZiB 1“ ein tägliches Naturereignis von elementarer Gewalt.


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